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Dieses Jahr hatten
wir ursprünglich geplant, ein komplettes Schiff für 2 Wochen zu chartern.
Da
jedoch leider kurz vor der Buchung zu viele wieder abgesprungen sind, haben wir
vier "Übriggebliebenen" uns dann entschlossen, dass wir zumindest
zusammen eine Woche Blaue Reise machen und - teilweise - dann noch einen
Hotelaufenthalt dran hängen.
Wir hatten über unser Reisebüro (nochmal danke, liebe Andrea) vorab schon per
Fax anfragen lassen, ob wir denn wieder auf "unser" Schiff zu
"unserer" Besatzung können. Es wurde uns insoweit für den Fall
zugesagt, dass genügend Kabinen für unseren Zeitraum gebucht werden. Voller
Spannung und Vorfreude stiegen wir vier also sonntags nachmittags in den Flieger
nach Antalya. Anfangs lief alles planmäßig - d.h. wir fuhren mit dem Bus nach
Kemer, ließen dort erst Mitreisende am Hotel raus und fuhren weiter Richtung
Hafen. Aber dann wurde alles ein wenig eigenartig ....
Wir stiegen am Hafen aus dem Transfer-Bus aus, jedoch ließ man uns nicht ins
Hafengelände rein, sondern lotste uns direkt in einen Kleinbus. Zwei
freundliche türkische sprechende junge Männer luden unser Gepäck ein (wir
hatten Riesen-koffer für 3 Wochen Aufenthalt !!!) und erklärten uns, dass sie
uns zu "unserem" Schiff, der JENER I und zu "unserem" Salih
Kaptan bringen. Es sei nicht weit, nur gerade bis zu nächsten Bucht ...... .
Wir also frohgelaunt in den Bus und los ging es. Wir fuhren - und fuhren - und
fuhren .....
Leider war es schon dunkel, sonst hätten wir sicher ausgiebig die
Gegend bewundern können, denn es ging ein gutes Stück hoch in die Berge.
Es verging
1 Stunde - keine Bucht und kein Schiff in Sicht. Es verging eine weitere Stunde
- wir hatten langsam ein wenig Hunger, verhielten uns aber ruhig und dachten, es
wird schon alles so richtig sein. Die beiden jungen Männer hatten zwischendurch
schon mehrmals nach dem Weg gefragt und auch schon ein paar mal wieder die
Richtung geändert - aber auch das beunruhigte uns irgendwie gar nicht. Nur der
Hunger und die Lust nach einer Zigarette quälten uns ein wenig. Nachdem dann
geklärt war, dass wir im Bus rauchen durften, machten wir es uns wieder bequem
und warteten weiter ab.
Nach ungefähr 2,5 Stunden Fahrt näherten wir uns der
Bucht von Adrasan. Einer der beiden Männer telefonierte inzwischen mit Hakan,
unserem Schiffsjungen. Soweit wir verstehen konnten, lag die JENER I wohl in der
Bucht und Hakan würde uns mit dem Beiboot abholen.
Oh je .... das ganze
Gepäck, wie soll das nur gut gehen ???
Es stimmte tatsächlich: Wir wurden von Hakan mit samt unseren Koffern in das
Beiboot "verfrachtet" und zum Schiff gebracht. Nachdem es tatsächlich
irgendwie gelungen war, das ganze Gepäck über die Außenleiter des Schiffes an
Bord zu bringen, gab es erstmal eine ausführliche Begrüßung und Salih zeigte
uns das Fax und erzählte uns, dass er wie ein Löwe um unsere Kabinen gekämpft
hat. Die Reise hatte nämlich schon 2 Tage vorher begonnen, aber er hat
tatsächlich durchgesetzt, dass wir trotzdem zu ihm kommen. Wir haben uns riesig
gefreut. Unser Hunger wurde dann auch noch gestillt, da Hakan uns mitten in der
Nacht (es war zwischenzeitlich ca. 24.00 Uhr geworden) noch ein leckeres Omelett
mit frischen Tomaten, Gurken und lecker ekmek zauberte, so dass ab diesem
Zeitpunkt unser Urlaub beginnen konnte.
Wir hatten dann wie immer herrliche Tage an Bord. Mit den Mitreisenden hatten
wir wieder einmal viel Glück und haben eine schöne Zeit gemeinsam verbracht.
In Finike durfte natürlich der Besuch im Hamam nicht fehlen. Auch diejenigen,
die zum ersten Mal ein Hamam besucht haben, waren nachher absolut begeistert. Da
die Tour ja schon 2 Tage vor unserem Eintreffen begonnen hatte, durften wir die
letzten beiden Tage unserer Reise den Luxus genießen, nur mit der Crew das
Schiff zu teilen. Es waren zwei unvergleichlich und unvergesslich schöne Tage,
die uns sicher noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden.
Abweichend von der "normalen" Route hatten wir dann noch eine
Übernachtung im (neuen) Hafen von Antalya und starteten von dort aus zu einem
Besuch der Altstadt von Antalya. Obwohl es an diesem Tag über 40 Grad waren,
wollten wir natürlich Gerd und René den traumhaften Blick auf den alten Hafen
von Antalya nicht vor-enthalten. Dann bummelten wir noch durch schönen Gässchen
der Altstadt und besuchten dort einen lieben Freund aus dem Türkei-Forum in der
Camel Pension, den wir bis dahin nur "via Internet" kannten. Alles in
allem war auch dies ein sehr schöner Tag, auch wenn die Taxifahrt zurück zum
Hafen schon starke Nerven verlangte. Selbst wenn man an das Autofahren in der
Türkei gewöhnt ist, ließ einem dieser Taxifahrer doch so manches Mal den Atem
stocken. Mit seinem Teeglas in der Hand (er hatte ja schließlich noch eine Hand
zum lenken und schalten und rumwinken) und ohrenbetäubend lauten Dudu-Klängen
aus dem Radio, war es ihm wichtiger, seinen Kopf ständig zu uns auf den
hinteren Plätzen zu drehen, als mal auf den Verkehr zu achten - und das mitten
im Stadtverkehr von Antalya .... Aber auch das ist letztendlich alles gut
gegangen und er hat uns unversehrt wieder zu unserem Schiff gebracht.
Fortsetzung
- Teil 2 |