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Wie schon in den Jahren zuvor, stand auch für unseren
diesjährigen Sommerurlaub wieder eine Blaue Reise auf dem Programm.
Allerdings sollten es dieses Mal zwei Wochen Schiff sein, also völlig
ohne Hotelaufenthalt. Wie bereits im letzten Jahr, hatten wir auch
dieses Jahr im Vorfeld wieder einmal versucht, auf die Mavi Özgürlük zu
kommen, was aber leider wieder nicht funktionierte. Dies wurde uns
allerdings bereits im Vorfeld mitgeteilt und wir waren gespannt, was für
ein Schiff uns wohl erwarten würde.
Nachdem wir einen angenehmen Flug mit SkyAirlines verbracht hatten,
landeten wir planmäßig kurz vor 3.00 h morgens in Antalya. Nachdem wir
dort beim ersten Schritt nach draußen erstmal tief die "Heimatluft"
eingeatmet hatten, fanden wir auch sofort einen Mitarbeiter unserer
Reiseagentur, der uns den Weg zu unserem Bus wies. Gegen 3.30 h ging es
dann los und ungefähr eine Stunde später kamen wir in Kemer im Hafen an.
Dort wurden wir angemeldet für ein Schiff namens "Avuncan" und auch kurz
darauf von dem zu diesem Schiff gehörenden Schiffsjungen abgeholt ...
dumm nur, dass sich anschließend rausstellte, dass wir für dieses Schiff
gar nicht vorgesehen waren :-).
Da wir ja bereits letztes Jahr ähnliche Erfahrungen gemacht hatten,
konnte uns das überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und wir warteten
einfach mal ab, bis nach kurzen Telefonaten, in denen es zunächst hieß,
wir seien erst für den Folgetag vorgesehen, dann klar war, dass wir auf
die Neseli II gehören. Na also - geht doch alles !
Wir bezogen also müde aber gut gelaunt unsere Kabine und stellten fest,
dass diese sehr schön und recht geräumig, aber leider viel zu warm zum
schlafen war. Also schnell umziehen und wieder ab nach draußen. Leider
lagen die noch freien Schlafplätze derart ungünstig, dass wir, um die
noch schlafenden Mitreisenden nicht durch eine "Drüberkletteraktion" zu
wecken, die Zeit bis zum Tagesanbruch mehr oder weniger vor uns
hinschlummernd auf den Stühlen am Tisch verbrachten.
Jegliche Müdigkeit war jedoch vergessen, als uns der neue Tag mit
strahlendem Sonnenschein begrüßte, der Duft von kahve und Tee in unsere
Nasen zog und sich uns die anderen Mitreisenden nach und nach fröhlich
und nett vorstellten. Noch vor dem Frühstück genossen wir unser erstes
Bad in dem eigens dafür abgegrenzten Schwimmbereich auf der "Außenseite"
des Hafens. Nach dem Frühstück gab es noch kurz den üblichen Besuch der
Reiseleiterin von Forsa, bei der wir dieses Mal auch einen Ausflug nach
Myra buchten, und dann stachen wir auch schon in See - wie könnte ein
Urlaub schöner beginnen.
Nun hatten wir Zeit, das Schiff noch genauer anzuschauen und stellten
fest, dass wir es dieses Mal wirklich sehr gut angetroffen hatten, ein
sehr schönes, sauberes und gepflegtes Schiff. Auch unsere Mitreisenden
lernten wir nach und nach näher kennen und merkten schnell, dass wir
eine richtig gute Gruppe waren. Drei Pärchen kamen aus der Schweiz, zwei
davon aus dem französisch sprechenden Teil, was aber absolut kein
Problem darstellte, die anderen Mitreisenden waren Deutsche und alles
war altersmäßig gut gemischt. Eine unserer Mitreisenden, Gaby, hatte
schon eine Woche Blaue Reise auf einem anderen Schiff verbracht und wie
sich später herausstellte, hatte sie ebenfalls schon mal eine Blaue
Reise auf der Jener 1 gemacht und erzählte uns, dass Hakan, der zu
unserer Zeit dort noch als Schiffsjunge tätig war, inzwischen seine
Prüfung als Kapitän gemacht hat und nun selbst ein Schiff "unter seinem
Kommando" hat. Wir freuten uns riesig über diese gute Neuigkeiten. Da
sieht man mal wieder - so klein ist die Welt :-)
Der Sonntag verlief ruhig, wir hielten in verschiedenen
Buchten und ankerten zum Übernachten in der Bucht von Adrasan. Am Montag
stand dann schon der Ausflug nach Myra an, wo wir zuletzt vor 9 Jahren
gewesen sind. Mit dem Taxi-Boot ging es an Land und dort wurde zuerst
einmal der kleine Hundewelpe unseres Busfahrers bewundert, der uns,
nachdem er seine Milch aufgeschleckt hatte, auf der Fahrt nach Myra
begleitete.
In Myra hat sich sehr viel verändert. Der Weg vom Busparkplatz bis zum
Eingang ist inzwischen mit Verkaufsständen gesäumt, die es damals dort
noch gar nicht gab. Das Amphitheater ist sehr schön wieder aufgebaut
worden, die vielen Steine, die damals noch in der Mitte des
Amphitheaters gesammelt wurden, wurden inzwischen an ihre Plätze
gebracht und es wirkt alles schon sehr beeindruckend. Auch die
Felsengräber sind immer wieder überwältigend. Dieser Ausflug hat sich
nach der langen Zeit auf jeden Fall gelohnt.
Nach ungefähr einer Stunde ging es dann weiter nach Demre zur St.
Nikolaus Kirche. Auch dort sah nichts mehr so aus, wie bei unserem
damaligen Besuch. Der Vorplatz ist komplett neu gestaltet, selbst ein
riesiger "Kitsch-Nikolaus" mit rotem Mäntelchen hat dort seinen Platz
gefunden :-). In der Kirche selbst wurden inzwischen sehr viele
wunderschöne Wand- und Deckenmalereien sowie Mosaike auf dem Fußboden
freigelegt, so dass auch dieser Besuch auf jeden Fall sehr interessant
und lohnenswert war. Bevor es wieder zurück zum Bus ging, gönnten wir
uns erst noch ein leckeres Eis und stöberten ein wenig in den kleinen
Souvenirlädchen herum. Dann jedoch wurde es Zeit zum Bus und somit auf's
Schiff zurückzukehren, wo ein leckeres Mittagessen auf uns wartete.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit faulenzen, rumalbern, schwimmen
und schnorcheln und den Abend ebenfalls gemütlich auf dem Schiff in
einer der vielen schönen Buchten von Kekova.
Am Dienstag stand dann morgens die "Versunkene Stadt", Simena, auf dem
Programm, dann ging es zum Mittagessen in eine schöne Bucht in der Nähe
und von dort aus am späten Nachmittag nach Kaleköy. Wir ersparten uns
dieses Jahr den Aufstieg auf die Burg, bummelten nur ein wenig durch die
Gegend, stöberten hier und dort ein wenig rum und trafen dann später auf
den Rest unserer Gruppe, die nach ihrem
Aufstieg auf die Burg eine sicher wohlverdiente Erfrischung zu sich
nahmen. Gemeinsam ging es dann wieder zurück zur Neseli II und weiter in
unsere Übernachtungsbucht.
Zu unserer großen Freude erfüllte uns unser kaptan Mustafa sogar den
Wunsch, zumindest ein kurzes Stück unter Segeln zu fahren. Wenn das
Segel auch nicht ausreichte und der Motor trotzdem anbleiben musste, so
war es doch ein richtig schöner Anblick, den jeder natürlich auch auf
einem Foto festhalten wollte. Zur Krönung dieses schönen Tages
überraschte uns unser Koch abends noch mit einer ausgehöhlten und
wunderschön dekorierten Melone zum Nachtisch und wie ließen den Abend
gut gelaunt mit Musik und Tanz ausklingen.
Am Mittwoch ging es dann weiter in Richtung Finike. Wie jedes Jahr,
hatte Joe die Mitreisenden natürlich bereits gefragt, ob sie Interesse
an einem Hamam-Besuch haben, denn das ist für uns ja schon nahezu ein
"Pflichtprogramm" in Finike. Da alle gerne mitgehen wollten, ein Teil
unserer Gruppe jedoch den Halbtagesausflug nach Aricanda gebucht hatte,
musste noch kurz der zeitliche Ablauf mit der Crew besprochen und das
Abendessen nach hinten verschoben werden, und schon war auch dieser
Programmpunkt geklärt. Nach dem Mittagessen liefen wir dann in Finike
ein. Der Großteil unserer Gruppe stieg dort in den Bus nach Aricanda und
wir machten uns gemeinsam mit Karin und Roland auf den Weg. Da Joe mit
Hilfe eines Bekannten unserer Crew tatsächlich genau den berber wieder
gefunden hatte, bei dem Joe vor 10 Jahren seine erste Rasur und wir
beide unsere erste Massage genossen hatten, zog es uns natürlich sofort
dorthin. Karin und Roland wollten das auch gerne einmal miterleben, so
dass wir zu viert einen wunderschönen Nachmittag in diesem typisch
türkischen Lädchen, das zum Glück viel zu versteckt liegt, um von den
Touristen aufgestöbert zu werden, verbracht haben. Der Sohn des
Besitzers versüßte uns die Wartezeiten (es gibt dort nur einen Masseur,
der gleichzeitig auch noch rasiert) mit cay, Trauben und Orangen
und wir hatten viel Spaß dabei, uns sämtliche Gegenstände dieses voll
gestopften Raumes gegenseitig auf türkisch, deutsch und englisch
beizubringen. Nachdem die beiden Männer ihre Rasur bekommen und wir alle
vier unsere herrliche und wohltuende Ganzkörpermassage genossen hatten,
wurde es auch schon wieder Zeit, zur Neseli zurückzukehren.
Kurz nach uns kamen auch die anderen von ihrem Ausflug zurück und so
ging es direkt weiter zum Hamam. Joe war nachmittags bereits kurz dort
gewesen, hatte sein obligatorisches Telefonat mit Salih, der uns damals
dorthin geführt hatte, also schon hinter sich, so dass es nach kurzer
Begrüßung auch gleich losgehen konnte. Wie immer hatte das Hamam während
unseres Besuches für die Öffentlichkeit geschlossen, so dass wir mit
unseren Wasserspielchen auf dem heißen Stein auch niemanden störten.
Nach gut zwei Stunden hatten wir alle unsere Waschgänge hinter uns,
genossen zum Abschluss noch ein Gläschen cay und gingen dann wie neu
geboren zum Abendessen zurück auf's Schiff.
Dort hatte unser Koch, der übrigens wirklich spitzenklasse war, schon
das in Finike übliche Barbecue vorbereitet und wir konnten unseren
Hunger mit leckeren Spießen, Köfte, Nudeln und diversen Salaten stillen.
Da der Abend noch jung war, machten wir uns alle gemeinsam auf, um uns
noch in eine der schönen Hafenbars zu begeben. Wir fanden sehr schnell
eine Bar, in der hervorragende Live-Musik gespielt wurde und ließen uns
dort an einem großen Tisch gemeinsam nieder. Es war ein wunderschöner
Abend - es wurde getanzt, erzählt und viel gelacht und Karin, Roland und
wir beide waren dann schließlich die letzten, die dann gegen 2.00 Uhr
auch wieder den Weg auf's Schiff zurückgefunden haben.
Der Donnerstag war wieder ein Tag der Buchten, wir
genossen das herrliche Wetter, das traumhafte Wasser und ließen es uns
einfach nur gut gehen. Kurz vor dem Abendessen gab es dann für uns noch
einen Grund zu besonders großen Freude, denn wir trafen endlich die Mavi
Özgürlük, die an diesem Abend in der gleichen Bucht ankerte wie wir.
Natürlich schwamm Joe sofort rüber, um Ozan und seine Schwester zu
begrüßen. Ozan brachte Joe dann nachher mit dem Beiboot zurück, so dass
wir beide uns auch noch begrüßen konnten und wir stellten erfreut fest,
dass auch er am nächsten Abend in Kemer im Hafen sein würde, so dass wir
uns auf alle Fälle nochmal wiedersehen können :-).
Auch den Donnerstag Abend verbrachten wir wieder in gemütlicher Runde
auf dem Schiff und konnten kaum glauben, dass wir am nächsten Tag schon
wieder nach Kemer zurückkehren sollten. Freitags machten wir dann noch
verschiedene Bade-Stopps, bevor es dann am späten Nachmittag in den
Hafen ging. Da wir den letzten Abend nochmal gemeinsam mit unserer
Gruppe verbringen wollten, musste das Treffen mit Ozan doch nochmal
verschoben werden, zumal auch er von seiner Gruppe gebeten wurde, den
Abend mit ihnen gemeinsam zu verbringen. Aber für ein kurzes "Hallo" und
ein festes Drücken blieb trotzdem noch genug Zeit und auch sein Vater,
der nur ganz kurz im Hafen war, kam extra zu unserem Schiff, um uns
wenigstens kurz begrüßen zu können :-).
Den Abend verbrachten wir dann alle gemeinsam im Moonlight-Park, wo wir
gemütlich beisammen saßen, Wasserpfeife rauchten und uns langsam auf den
Abschied vorbereiteten. Schon in der Nacht wurde als erstes Gaby
abgeholt und morgens folgten dann nach und nach die anderen. Auch wir
hatten inzwischen erfahren, dass wir umziehen müssen und waren mal
wieder sehr gespannt, wie das nächste Schiff wohl sein würde. Da die
Neseli II nicht gleich wieder neu besetzt wurde, war die Crew so nett
uns vieren (Karin und Roland waren auch noch bis zum Nachmittag da) noch
ein leckeres Mittagesessen zuzubereiten, und so ließen wir die letzten
Stunden dort gemeinsam ausklingen. Kurz bevor die beiden gehen mussten,
lief auch unser "neues" Schiff schon ein und wir konnten es noch
gemeinsam bestaunen - aber dazu später mehr :-).
Wir verabschiedeten nun also auch Karin und Roland, schnappten unser
Gepäck, verabschiedeten uns von der Crew und zogen auf der Kaptan
Hüseyin A ein ...
Fortsetzung
- Teil 2 |